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Melanchthonpreis 2009 wurde an Theologin
Dr. Nicole Kuropka verliehen

Der internationale Melanchthonpreis 2009 der Stadt Bretten wurde am Samstag im Rahmen eines Festaktes im Melanchthonhaus von Oberbürgermeister Paul Metzger an die Theologin Dr. Nicole Kuropka verliehen. Damit geht der mit 7500 Euro dotierte Preis, der seit 1988 alle drei Jahre für einen wissenschaftlichen Beitrag zur Melanchthon-Forschung vergeben wird, erstmals an eine Frau. Gewürdigt wird damit Nicole Kuropkas Veröffentlichung „Philipp Melanchthon: Wissenschaft und Gesellschaft. Ein Gelehrter im Dienste der Kirche“.
Mit ihrer Forschungsarbeit, so der Oberbürgermeister Paul Metzger, habe die Preisträgerin einen namhaften Beitrag für das „ökumenische Selbstverständnis Melanchthons geliefert“. Als Theologin der „Evangelischen Kirche im Rheinland“ gelte das Bemühen der Preisträgerin der innerevangelischen Ökumene, indem sie in der Einheit der reformierten und der lutherischen Tradition zu leben versuche. Wenn es nach Melanchthon gegangen wäre, führte das Oberhaupt der Melanchthonstadt aus, hätte es vielleicht auch nicht zum Bruch des europäischen Protestantismus kommen müssen. „Und wie wir heute aus der Forschung wissen, haben sich in unserer europäischen Geschichte immer wieder jene Gelehrte auf Melanchthon berufen, denen es um eine Einheit der Kirche ging.“
Der Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten, Priv. Dozent Dr. Günter Frank stellte in seiner Würdigung ebenfalls Nicole Kuropkas Forschungsziel heraus, Philipp Melanchthons Anstrengungen um die Einheit der Kirche im Spannungsfeld von Wissenschaft und Gesellschaft herauszustellen.Für den Wissenschaftler sind die Veröffentlichungen, für die die Melanchthonpreise vergeben werden, „wie Leuchttürme für die Melanchthon-Forschung“. Die MelanchthonForschung ist aus der Sicht von Dr. Günter Frank in den vergangenen Jahren geradewegs „explodiert“. Dies führt er nicht zuletzt auch auf die vielfältigen Tagungen, Veröffentlichungen und Projekte zurück, die vom Melanchthonhaus angestoßen und nun in der Arbeit der Europäischen Melanchthon-Akademie ihre Fortsetzung finden. Aus dieser Forschungsbewegung heraus entstanden eine Reihe von Zentren für Frühneuzeitforschung in Deutschland. „Hier werden Forscher verschiedener Disziplinen zusammengeführt, die an übergreifenden Zusammenhängen bestimmter Fragen arbeiten. Auf diese Weise wird Melanchthon zum ersten Mal in seiner ganzen Universalität sichtbar“, betonte Dr. Frank.
Nicole Kuropka, geb. 1970, absolvierte ihr Studium in Wuppertal, Bochum und Bonn. Hinzu kam ein Auslandsaufenthalt an der historischen Fakultät der University of Arizona/Tucson (USA). Die Promotion an der kirchlichen Hochschule Wuppertal wurde durch das Institut für Europäische Geschichte in Mainz und die Evangelische Kirche im Rheinland gefördert. Von 2004 bis 2006 hatte die Theologin und Historikerin einen Lehrauftrag für Kirchengeschichte an der Diakonenschule Remscheidt. Seit 2006 ist sie Berufsschulpfarrerin in Düsseldorf. Ab kommendem Jahr hat Dr. Nicole Kuropka einen Lehrauftrag für Kirchengeschichte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal.
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