Melanchthon-Schülerpreis     << Startseite | Navigation >>





Grußwort Oberbürgermeister Martin Wolff

Beim Melanchthon-Schülerpreis fällt mir immer automatisch das
dictum von der Tradition ein: „Tradition ist nicht das Halten der Asche,
 sondern das Weitergeben der Flamme.“ Das Wort stammt übrigens
von Thomas Morus, einem Zeitgenossen Melanchthons…

Was mich am Preis fasziniert, ist, dass es nicht darum geht,
Philipp Melanchthon zu beweihräuchern, ihm einen Lorbeerkranz
aufzusetzen oder ein weiteres Standbild zu errichten – obwohl all
das der bedeutendste Sohn unserer Stadt sicher auch verdient –
sondern darum, Melanchthons Überzeugungen Wirklichkeit werden
zu lassen – auch heute, gerade heute. Es wird häufig über die
Aktualität Melanchthons räsoniert. Aber ich meine, Melanchthon ist
nicht aktuell, sondern zeitlos – also allzeit gültig. Das Konzept der umfassenden Allgemein-bildung hat Melanchthon selber als Polyhistor vorgelebt. Sein humanistisches Bildungsziel umfasst nicht nur  das Wissen, sondern auch Gesittung und Charakterstärke. Nicht ex cathedra verkündete Ansprüche, sondern das Miteinander und Füreinander der Menschen ist Ziel seiner Bildung und Ausbildung. Und seine Forderung an die Gesellschaft, „Nicht Türme oder Bauwerke sind so feste Bollwerke für die Städte, wie eine Bürgerschaft, die Bildung, Einsicht und andere Tugenden besitzt.“ – ist Richtschnur und Mahnung.

Wir in Bretten sind auf unsere restaurierten mittelalterlichen Bollwerke – Mauern und Türme – zurecht stolz. Aber noch wichtiger ist, dass wir eine Bürgerschaft haben, die Bildung und Einsicht besitzt – auch dafür, dass die Jugend unserer Stadt Melanchthons Feuer weitertragen will. Seit dem großen Melanchthonjubiläum von 1997 gibt es so nicht nur den Melanchthonpreis, den Wissenschaftler und Forscher erhalten, sondern dank der Initiative von MdL Franz Wieser auch den Melanchthonpreis für Schüler.

Diesen zu erringen ist meines Erachtens schwieriger. Für den Schüler-Melanchthonpreis sind die Verleihungskriterien umfassend: Spezialistenkenntnisse im Thema Melanchthon genügen nicht: Es werden herausragende schulische Leistungen (Gesamtnotendurchschnitt mindestens 1,5) erwartet - aber auch ein ausgeprägtes ehrenamtliches soziales Engagement für die Gemeinschaft und eine fundierte Allgemeinbildung – ganz im Sinne Melanchthons.

Umso erfreulicher ist, dass so viele Schüler im Laufe der Jahre diese Hürden genommen haben und mit dem Melanchthonpreis ausgezeichnet werden konnten. Ich glaube, gerade der Melanchthon-Schülerpreis ist ein guter Beweis, dass unser häufig geäußertes Vorurteil von der „Null-Bock-Generation“ keine Allgemeingültigkeit hat.

Darum gilt es auch in der Zukunft Schülerinnen und Schülern die Chance zu geben, sich an Melanchthons hohen Wertmaßstäben messen zu lassen und sich darüber zu freuen, dass die Jury jedes Mal unter vielen potenziellen Preisträgern wählen kann.

Martin Wolff
Oberbürgermeister




Grußwort Oberbürgermeister Paul Metzger

Die große Kreis- und Melanchthonstadt Bretten als Mittelzentrum
im Landkreis Karlsruhe unterhält ein großzügiges Angebot an Haupt-,
Real-, Berufsschulen und Gymnasien. Im Aufbau und Erhalt dieser
Schulen hat sich die Melanchthonstadt immer an der Überzeugung
ihres Namensgebers, des in Bretten geborenen „ Lehrer Deutsch-
lands“ orientiert: „ Wer Schulen gründet und die Wissenschaften
pflegt, der macht sich um sein Volk und die ganze Nachwelt besser
verdient, als wenn er neue Silber- und Goldadern fände.“ Als Schul-
träger hatten wir deshalb von Anfang an die Intitiative für die Stiftung
des – manchmal „kleinen“ genannten – Melanchthonschülerpreises
unterstützt. Schule als Lernorte umfassender Persönlichkeitsbildung
– das entspricht dem humanisiteschen Bildungsideal, das
Melanchthon mit anderen Humanisten in die besten Bildungstraditionen Europas eingebracht hatte.
Im Unterschied zum „Internationalen Melanchthonpreis“, in dem herausragende wissenschaftliche Studien gewürdigt werden, honoriert deshalb zurecht der Melanchthonschülerpreis nicht nur hervorragende schulische Leistungen und eine überdurchnschnittliche Kenntnis von Leben und Werk Melanchthons, sondern gerade auch soziales Engagement, das junge Menschen – häufig unbemerkt – in unserer Zivilgesellschaft einbringen. Bei aller Kritik an der Bildungssituation in Deutschland ist es gerade der jährlich vergebene Melanchthonschülerpreis, der uns auch Zuversicht vermitteln kann, Zuversicht in unsere junge Generation, die mit großem Engagement, Ideenreichtum und herausragenden Leistungen Mut zur Zukunft verkörpert. Die Verleihung dieses Preises gleicht daher einem Leuchtturm, von dem selbst Licht und Impulse ausgehen in unsere Bildungslandschaft. Die Initiatoren und Stiftungsratsmitglieder sind daher zu beglückwünschen für die Einrichtung eines solch wichtigen Förderpreises unserer nachwachsenden Generation.

Paul Metzger
Oberbürgermeister




Grußwort des Landrats für die
Philipp Melanchthon-Schülerpreis-Stiftung

Die Philipp Melanchthon-Schülerpreis-Stiftung vergibt seit 1995
jährlich den Philipp Melanchthon-Schülerpreis an Brettener Schü-
lerinnen und Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen
Abschlussklassen ab der 10. Klassenstufe. Die Auszeichnung
wird für herausragende schulische Leistungen und soziales
Engagement verliehen.

Gerne bin ich als Landrat des Landkreises Karlsruhe der Berufung
in den Stiftungsrat der Philipp Melanchthon-Schülerpreis-Stiftung
gefolgt. Der Landkreis ist Träger der Beruflichen Schulen. Und ge-
rade den beruflichen Schulen kommt eine zentrale Funktion in
unserer Bildungslandschaft zu. Die berufliche Qualifizierung ist wesentlicher Baustein zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Handwerk und Wirtschaft. Der Landkreis Karlsruhe trägt mit einem gut ausgebauten schulischen Angebot zur Attraktivität der beruflichen Schulen bei. Ich freue mich deshalb sehr darüber, das der Philipp Melanchthon-Schülerpreis auch die herausragenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den beruflichen Schulen anerkennt und deshalb auch die Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schule in Bretten mit dem Philipp Melanchthon-Schülerpreis ausgezeichnet werden können.


Ihr
Dr. Christoph Schnaudigel
Landrat des Landkreises Karlsruhe




Grußwort von PD Dr. Günter Frank

Am 15. Dezember 1986 verabschiedete der Gemienderat der
Melanchthonstadt Bretten die „Satzung über die Stiftung und
Verleihung des „Melanchthonpreises der Stadt Bretten“. Dieser Preis,
der mit 7500,- Euro dotiert ist und alle drei Jahre vergeben wird,
honoriert im Druck erschienene Werke, die in hervorragender Weise
dazu beitragen, die Kenntnis über Melanchthons Leben und Werk
oder die geistesgeschichtlichen Vorraussetzungen, das Umfeld und
die Folgen seines Wirkens zu vertiefen. Mit diesem Preis leistet die
Melanchthonstadt selbst einen hervorragenden Beitrag nicht nur zur
Förderung der Geisteswissenschaften, sondern insbesondere zur
Melanchthon-Forschung. So konnten in den vergangenen Jahren
herausragende Studien gewürdigt werden, die einen vertieften
Einblick in Leben und Wirken Melanchthons vermitteln. Zu den Preisträgern zählen
Dr. Siegfried Wiedenhofer, Frankfurt a.M. (1988), (Prof. Dr. Günther Wartenberg, Leipzig (1991), Prof. Dr. Cornelius Augustijn, Den Haag (1994), Dr. Dr. Heinz Scheible, Heidelberg (1997), Prof. Dr. Timothy Wengert, Philadelphia (2000), Dr Beat Jenney, Basel (2003), Dr Volkhard Weis, Potsdam (2006) sowie Dr. Nicole Kuropka, Wuppertal (2009).

Die Begründung, die Oberbürgermeister Paul Metzger zur Einrichtung des Melanchthon-preises im Jahr 1988 darlegte, hat Gültigkeit bis heute: „Das Wirken Melanchthons gehört zu den maßgebenden Vorraussetzungen unseres neuzeitlichen Denkens. Selten hat die Lebensleistung eines einzelnen Gelehrten so eingreifend und bleibend in die deutsche und europäische Geistesgeschichte eingewirkt wie das weitgespannte Gesamtwerk dieses großen Humanisten und Reformators .“ Diese Forschungsförderung weiterhin in die Wissenschaft und Öffentlichkeit zu tragen, wird eine bleibende Aufgabe sein, der sich die Melanchthonstadt und die „Europäische Melanchthon-Akademie“ widmen müssen. Denn mit dem Werk und Wirken Melanchthons handelt es sich um einen Teil des kulturellen Gedächtnisses Europas.

PD Dr. Günter Frank
(Direktor)


OB Martin Wolff
OB a.D. Paul Metzger
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel
PD Dr. Günter Frank

HOME KONTAKT ANFAHRT IMPRESSUM