Sprache und Grammatik

"Wenn Gott uns durch die griechische Sprache Arithmetik, Musik, von den Himmelsbewegungen, vom Wesen der Dinge, von der Heilkunst, vom rechten Verhalten, von den Gesetzen, von den Pflichten eines Gemeinschaftswesens und von anderen schönen Künsten zukommen läßt, dann will er, daß wir in ihr auch nach der Lehre in seinen ewigen Gütern suchen, die er uns gleichzeitig mit diesen weltlichen mitteilen will."

Auszug aus einer Rede Melanchthons über das Studium der griechischen Sprache, 1549

  
   
Philipp Melanchthon
Institutiones rhetoricae
Basel: Adam Petri, 1522

Für Melanchthon war die Rhetorik, die er erstmals 1521 in einem Lehrbuch darstellt, der angemessene Ausdruck eines geordneten Denkens. Eine verwilderte Sprache dagegen sah er als ein Indiz für Chaos im Denken an.

 

Um wieder einen Zugang zu den griechischen, lateinischen und hebräischen Urtexten zu finden, forderte Melanchthon, daß die alten Sprachen im Zentrum der Bildung stehen müßten. Als Griechischprofessor an der Wittenberger Universität förderte Melanchthon die sprachliche Gewandtheit seiner Studenten. Er selbst übersetzte die Tragödien des Euripides und Gedichte Pindars aus dem Griechischen ins Deutsche und verfaßte — auch um die Studenten zur Nachahmung anzuspornen — griechische und lateinische Gedichte.

Für seine Antrittsrede als Professor an der Universität Wittenberg erhielt Melanchthon viel Anerkennung. Sie enthielt klare Reformvorschläge für das Universitätswesen. Das Lehrbuch "Unterricht der Visitatoren" faßt die evangelische Lehre zusammen und enthält auch eine Schulordnung. Es sollte die Geistlichen zum richtigen Dienst in der Gemeinde anweisen.






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