Das Melanchthonhaus 1945 bis 2003

Im Zweiten Weltkrieg blieb das Melanchthonhaus — mit Ausnahme der durch Luftdruckeinwirkung zerstörten Chorfenster in der Gedächtnishalle — von größeren Zerstörungen verschont.



Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Chor bis zur Rekonstruktion der ursprünglichen Fenster 1997 mit schmucklosen Fenstern bestückt, Foto um 1950.



Amerikanische Truppen und Panzer auf dem Marktplatz in Bretten, Juli 1945



Oberleutnant Walter Hagen, Aquarell, 1945

Am 08. Juli 1945 rückten amerikanische Truppen und Panzer in Bretten ein.

Ihr Oberbefehlshaber war Oberleutnant Walter Hagen, geboren am 11. Januar 1918, ein in den Vereinigten Staaten durchaus bekannter Mann. Hagen hatte an der Universität Notre Dame, Bloomington, Indiana,Wirtschaftswissenschaft studiert. Als Oberbefehlshaber seiner Truppen nahm Walter Hagen seinen Residenzsitz im Theologenzimmer des Brettener Melanchthonhauses ein. Der 1895 in Bretten geborene Kunstmaler Professor Albert Finck hat dies zum Anlaß genommen, Walter Hagen auf einem Aquarell abzubilden. Dieses Porträt befindet sich als Dauerleihgabe im Melanchthonhaus. Ende 1945 hat die amerikanische Militärregierung Bretten geräumt und eine deutsche Verwaltung eingesetzt.

Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen wurde das Melanchthonhaus als Warenlager für die Güter des Hilfswerks benutzt.

Es lagerten dort Lebensmittel, Kleinmöbel, Kleidung sowie Gebrauchsartikel aller Art, die sowohl aus Übersee stammten, als auch durch Hilfswerksammlungen im eigenen Land zusammengebracht worden waren. Diese Güter wurden an Ausgebombte und Vertriebene verteilt. Überlegt wurde in dieser Zeit auch, das Oberkirchenamt der Landeskirche im Melanchthonhaus einzurichten.



Der Evangelische Mädchenkreis nach Reinigungsarbeiten im Melanchthonhaus, 1947/48

Als die allgemeine Versorgungslage sich gebessert hatte, sollte das Melanchthonhaus wieder seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt werden. Das Haus hatte durch die Umnutzung gelitten und musste von Grund auf gereinigt und in Stand gesetzt werden, was durch Mitglieder der evangelischen Gemeindejugend geschah.

Seit 1986 nahm sich in zunehmendem Maße die Stadt Bretten ihres bedeutendsten Sohnes an. Mit der Anstellung eines Kustos und weiteren Personals sowie durch weitergehende finanzielle Mittel konnte das Melanchthonhaus als Museum und als wissenschaftliche Forschungseinrichtung eine anerkannte "Stätte des europäischen Humanismus" werden.






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