14.05.2009 bis 16.05.2009

Reformierte Philosophie in der Frühen Neuzeit - Tagung als Beitrag zum Calvin-Jahr 2009 - Veranstaltung der Europäischen Melanchthon-Akademie zusammen mit der Theologischen Fakultät der Universität Appeldoorn, NL


Bretten Altes Rathaus Bürgersaal

2009 jährt sich der 500. Geburtstag Johannes Calvins. Die Europäische Melanchthon-Akademie Bretten greift das Calvin-Jubiläumsjahr durch ein Symposium vom 14. bis 16. Mai im Bürgersaal der Alten Rathauses auf. Die Veranstaltung findet in enger Kooperation mit der Theologischen Universität Apeldoorn statt.

Es ist das zweite Mal, dass Calvin in bei einer Tagung der Melanchthon-Akademie im Mittelpunkt steht. Zuvor wurde die vielfältige Tradition Melanchthons im Calvinismus zum Thema eines Symposiums gemacht. Die Beiträge wurden in dem Band „Melanchthon und der Calvinismus“ publiziert. Nun wird der Humanist im Zusammenhang mit der „Reformierten Philosophie in der Frühen Neuzeit“ betrachtet.

Trotz einiger jüngerer Anstrengungen der Forschung ist das Thema „Philosophie in der reformierten Tradition“ nach wie vor nur unzureichend erforscht, ist die Überzeugung der beiden Organisatoren der Tagung, PD Dr. Günter Frank (Europäische Melanchthon-Akademie Bretten / FU Berlin) und Prof. Dr. Herman J. Selderhuis, (Universität Apeldoorn). Petrus Ramus und der Ramismus sind mittlerweile eindrucksvoll bearbeitet, doch damit sei lediglich ein Gesichtpunkt der Philosophie im Reformiertentum betrachtet. Vor allen Dingen wichtig ist den Veranstaltern des Symposiums in Bretten die Frage, ob und in welcher Hinsicht das Reformiertentum (und zwar ausdrücklich nicht nur der europäische Calvinismus, sondern auch die andere reformierte Richtung) im Anschluss an Huldrich Zwingli die Tradition der Philosophie rezipiert und transformiert hat, und zwar in den unterschiedlichsten Disziplinen wie der praktischen Philosophie, der Logik und Dialektik, der Anthropologie, Naturphilosophie und der Metaphysik.

Es stellen sich den Experten die Fragen: Lassen sich möglicherweise spezifische Konturen dieser Philosophie als Folge der Theologie bestimmen? Oder umgekehrt: Lassen sich Folgen philosophischer Traditionen für spezifische theologische Fragen benennen? Welche Bedeutung besitzt die humanistische Gelehrsamkeit, die für viele reformierte Gelehrte nachweisbar ist, für ihr Verhältnis zur Philosophie? - Die Arbeitsthese des Symposiums lautet: Welche Kontur weist die Philosophie von Reformierten auf, oder gibt es sogar so etwas wie eine „reformierte Philosophie“?

Das dreitägige Symposium richtet sich an Wissenschaftler unterschiedlicher geisteswissenschaftlicher Fachgebiete. Das interessierte Publikum ist am  Donnerstag, 14. Mai, um 19.30 Uhr zum Öffentlicher Abendvortragvon Prof. Dr. Herman J. Selderhuis, Apeldoorn, in die Gedächtnishalle des Melanchthonhauses eingeladen. Er spricht über: Die Heidelberger Artistenfakultät zur Zeit der Schüler Melanchthons.