06.11.200920 Uhr

"Melanchthons Tübinger Jahre" - Öffentlicher Abendvortrag zur Tagung von Professor Dr. Sönke Lorenz


Bretten Melanchthonhaus Gedächtnishalle

Der frühe Melanchthon und der Humanismus“ ist eine Tagung vom 6. bis 7. November 2009 in der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten überschrieben. Das wissenschaftliche Treffen wird gemeinsam mit der Willibald-Pirckheimer Gesellschaft ausgerichtet, die sich der Erforschung von Renaissance und Humanismus verschrieben hat. Willibald Pirckheimer (1470-1530) war Jurist, Kriegshauptmann, Ratsherr und – wie Philipp Melanchthon- Universalgelehrter. Die Leitung der Tagung haben Prof. Dr. Franz Fuchs, Universität Würzburg, und Dr. Günter Frank, Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie und Kustos des Melanchthonhauses.

Am Freitag, 6. November findet um 20 Uhr im Melanchthonhaus ein öffentlicher Abendvortrag von Prof. Dr. Sönke Lorenz statt. Er befasst sich ausführlich mit Melanchthons „Tübinger Jahren von 1512-1518“.
Sie waren - nach Auffassung des Referenten- gekennzeichnet durch nachhaltige und erfolgreiche Förderung von Seiten Reuchlins und seiner alten Pforzheimer Lehrer Simler und Hiltebrant. Zudem war diese Lebensphase prägt von Kontakten und Freundschaften mit zahlreichen Geistesgrößen und verwandten Seelen wie Blarer, Ökolampad, Geräander, Irenicus, Borrhaus, und der gemeinsamen Pflege von Dichtkunst und Historiographie. Fasziniert von Stöffler widmete er sich dem Studium der Mathematik. In Tübingen, so Lorenz, formte sich der bedeutende Philologe, Sprachlehrer und Pädagoge Melanchthon, der dem humanistischen Anliegen verpflichtet war.

Zur Person
Sönke Lorenz, geboren 1944 in Elmshorn (Holstein), Schulbesuch in Essen und Düsseldorf (Abendgymnasium), begann 1972 in Düsseldorf mit dem Studium von Geschichte und Germanistik. Die Dissertation (1978) ist ein Beitrag zur Geschichte der Hexenverfolgung. 1979 erhielt er eine Assistenzstelle an der Universität Stuttgart und wurde 1985 mit einer Arbeit über die älteste Hochschule Deutschlands, Erfurt, habilitiert. 1991 erfolgte die Berufung nach Tübingen auf den landeskundlichen Lehrstuhl. Seither leitet er das Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich von Universitäts-, Bildungs-, Kirchen- und Klostergeschichte, der Hexen-Forschung sowie auf diversen Feldern einer vergleichenden Landeskunde.