15.04.201016 Uhr

Künstlerisch-erzählerischer Versuch: Können sich Melanchthon und Calvin in die Augen schauen?


Bretten Melanchthonhaus Gedächtnishalle

Können sich Philipp Melanchthon und Johannes Calvin heute wieder in die Augenschauen? Die beiden Gelehrten waren am Ende ihres gemeinsamen Weges zerstritten und Philipp Melanchthon litt bis zu seinem Tod an der ungeklärten Beziehung. Am Donnerstag, 15. April 2010, um 16 Uhr unternimmt der Leiter der Karlsruher „wirkstatt“, Manfred Bögle, im Melanchthonhaus in Bretten einen sogenannten Spiegel-Versuch, um die Frage zu klären.

Das Zerwürfnis der beiden Persönlichkeiten spiegelt sich im Melanchthonhaus in der Gedächtnishalle. Dort sind Melanchthon und andere Reformatoren als Standbilder dargestellt. Der räumliche Abstand zwischen Melanchthon und Calvin ist dabei am größten; beide können sich auch nicht „ansehen“, da sich zwei Säulen zwischen ihnen befinden. Die räumliche Anordnung der beiden Standbilder manifestiert die historische Situation bis auf den heutigen Tag.

Ein Blickkontakt zwischen Calvin und Melanchthon ist aber auch heute noch möglich. Mit Hilfe von zwei Spiegeln schaffen der Geschichtenerzähler Manfred Bögle, der Künstler Gerhard Knodel sowie der Glaswerker Karl-Erich Hummel die Grundvoraussetzung für eine symbolische Wiederaufnahme der Beziehung zwischen den beiden Reformatoren.

Der „Spiegel-Versuch im Melanchthonhaus Bretten ist ein Baustein im Rahmen des Erzählprogramms „Die Hebel-Wirkung guter Geschichten“, das sich auf den 250. Geburtstag des großen badischen Schriftstellers Johann Peter Hebel in diesem Jahr bezieht.  Manfred Bögle, Leiter der „wirkstatt“ in Karlsruhe und Organisator des Erzählprojekts, wird darüber berichten und einige beispielhafte „Hebel-Wirkungen“ vorstellen.


Weitere Informationen:
wirkstatt eV – Forum Erlebenskunst, Steinstr. 23, 76133 Karlsurhe
Telefon 0721-378076, manfred.boegle@wirkstatt.com, www.wirkstatt.com