Auszeichnung für Dissertation über Melanchthon als neulateinischer Dichter
Dr. Thorsten Fuchs erhält den Melanchthonpreis 2012
Übergabe am 18. Februar 2012 im Melanchthonhaus Bretten
Der Wissenschaftler Dr. Thorsten Fuchs ist der 9. Melanchthonpreisträger der Stadt Bretten. Er erhält die Auszeichnung für seine Studie „Philipp Melanchthon als neulateinischer Dichter in der Zeit der Reformation“. Es handelt sich dabei um die Dissertation des Klassischen Philologen, die 2008 in Tübingen veröffentlicht wurde. Fuchs studierte Latein, Griechisch und Geschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Er ist als Studienrat in einem Gymnasium in Wetzlar tätig.
Dass Melanchthon Gedichte verfasst hatte und er zurecht als Dichter apostrophiert werden kann, ist eine wenig bekannte Seite des umfangreichen Wirkens Melanchthons, die der Preisträger in seiner Dissertation wissenschaftlich untersucht hat. Insgesamt rund 600 lateinische Gedichte sind von ihm überliefert. Dieses dichterische Schaffen durchzieht sein Leben vom Jugendalter bis zu seinem Tod. Seine Themen beziehen sich auf nahezu alle Situationen des menschlichen Lebens.
Dichtung Melanchthons kann demnach als eine die gesamte Persönlichkeit durchziehende, auf eine Fülle von Lebenssituationen bezogene, allen Interessen dienende Leistung Melanchthons gesehen werden. Einen Schwerpunkt legt die Untersuchung auf Melanchthons Dichtung im religiös-reformatorischen Zusammenhang. Hierbei wird deutlich, dass Dichtung auch ein literarisches Mittel ist, allgemein christliche, aber auch dezidiert reformatorische Themen zu behandeln, so dass antike Muster aufgrund der eigenen theologischen Überzeugungen durchaus eine besondere Akzentsetzung finden können.
Darüber hinaus bietet die Studie von Fuchs eine wertvolle Synopse neu edierter Melanchthongedichte und Übersetzungen, sowie abschließend eine Bibliographie von Handschriften, Drucken und Forschungsliteratur mit Personen- und Sachregister, die diese Publikation zu einem die künftige Forschung stimulierenden Handbuch machen. Mit seiner Arbeit legt Dr. Fuchs erstmals eine umfassende Untersuchung zur neulateinischen Poesie des humanistischen Reformators vor und betritt auf diese Weise Neuland in der Forschung. Sowohl die beiden erforderlichen, unabhängigen Gutachten wie auch die Findungskommission empfahlen einhellig, die Studie von Dr. Fuchs mit dem Melanchthonpreis 2012 auszuzeichnen. Der Gemeinderat der Stadt Bretten hat dieser Empfehlung in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt.
Dr. Thorsten Fuchs erhält die Auszeichnung am 18. Februar 2012 aus den Händen des Oberbürgermeisters der Melanchthon-Geburtsstadt