23.03.2014 17 Uhr

Sonntagsvortrag: Die badische Landeskirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Neue Forschungen und Einsichten. Referent: Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze


Bretten Melanchthonhaus Gedächtnishalle

Im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes widmet sich der Karlsruher Universitätsprofessor Dr. Rolf-Ulrich Kunze gemeinsam mit seinem Marburger Kollegen Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser dem Thema „Die badische Landeskirche in der Zeit des Nationalsozialismus.“
In seinem Sonntagsvortrag am 23. März, um 17 Uhr im Melanchthonhaus  Bretten berichtet er über seine Arbeit und die daraus resultierenden Einsichten und Ergebnisse.

Das Projekt erfasst und analysiert aufgrund der exzellenten badischen Überlieferungslage in einem kollektivbiographischen Ansatz sozial- und mentalitätsgeschichtlicher Pfarrerforschung erstmals die Geistlichen einer deutschen Landeskirche anhand ihrer Personalakten. Auf diese Weise soll u.a. das starre, von der Zuordnung zu den kirchenpolitischen Großgruppen der Deutschen Christen, der Bekennenden Kirche bzw. der kirchen- und theologiepolitisch nicht eindeutig zuzuordnenden Mitte bestimmte Bild der Auseinandersetzung evangelischer Theologen mit der modernen Diktatur differenziert werden. Ferner erhoffen sich die beiden Forscher Aufschlüsse über den Kontext widerständigen Verhaltens im kirchlich-theologischen Milieu.

Die Veranstaltung wird von Literaturland Baden-Württemberg unterstützt.


Zur Person
Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze studierte Rechtswissenschaften, Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften an den  Universitäten in Frankfurt und Würzburg. Er promovierte 1996 mit einer Arbeit zur evangelischen kirchlichen Zeitgeschichte. Von 1996 bis 2000 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Universität Mainz.,1998 Referent im Planungsstab des Bundespräsidenten im Bundespräsidialamt. Seine Habilitation erfolgte 1999. 2000/2001 war  Prof. DR. Kunze als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt tätig. Dann folgte eine Lehrstuhlvertretung  für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Karlsruhe.  2002 bis 2006 fungierte der Wissenschaftler als Geschäftsführer der Forschungsstelle Widerstand an der Uni Karlsruhe. 2007 wechselte er an das Institut für Philosophie am heutigen KIT. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Protestantismusgeschichte.