19.09.2014 bis 23.11.2014 Eröffnung: 19.09.2014, 19.30 Uhr

Ausstellung: "Verbündete im Himmel. Religiöse Motive in Bildwerken des Ersten Weltkriegs"


Bretten Melanchthonhaus Gedächtnishalle

Betende Soldaten

Der Erste Weltkrieg wurde nicht alleine mit Waffen geführt, sondern auch mit Worten und Bildern. Die Kriegspropaganda machte auch vor Religion und Kirche nicht Halt. Die Mitarbeiter des Melanchthonhauses nahmen sich im Rahmen des INTERREG-Projektes am Oberrhein „Dreiländermuseum – trinationales Netzwerk für Geschichte und Kultur“ dieses kirchlich-religiösen Aspektes an.

Unter dem Titel „Verbündete im Himmel. Religiöse Motive in den Bildwerken des Ersten Weltkrieges“ werden im Melanchthonhaus Bretten vom 20. September bis 23. November vielfältige überlieferte Bilddokumente präsentiert, die einen Einblick in die Sicht der Kirchen auf den Krieg geben. Die Dokumente stammen aus unterschiedlichen nationalen und internationalen Archiven. Ausstellungeröffnung ist am Freitag, 19. September, um 19.30 Uhr in der Gedächtnishalle des Melanchthonhauses.

Geistliche, Theologen und Künstler hatten die Aufgabe, den Menschen zu vermitteln, dass Gott auf ihrer Seite stünde. Sie rechtfertigten damit die eigene Kriegsführung und verurteilten den Feind. Die Feldpostkarte war das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen der Front und zuhause. Viele waren auf der Vorderseite mit Bildern versehen. Die Mehrzahl der Exponate mit religiösen Motiven stammt von diesen Bildpostkarten. Zu diesem propagandistischen kam noch der pastorale Aspekt: Feldgeistliche betreuten die Soldaten, versuchten ihnen Trost und Halt zu geben angesichts von Tod und Verstümmelung. Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog.

„Es ist erschütternd, zu sehen“, so der Kustos des Melanchthonhauses, Dr. Günter Frank, „wie alle Konfessionen in Europa, die katholische, altkatholische, lutherische, reformierte und orthodoxe Kirche zur Mobilisierung ihrer jeweiligen kriegführenden Mächte beigetragen haben. So ist etwa unter katholischen Christen kaum bekannt, dass es eine Kriegs-Messe gab, die im Anschluss an die tridentinische Messe allgemein die Kriegsziele verherrlichte. Für den Gottesdienst freigegeben wurde diese Kriegs-Messe von allen deutschsprachigen Erzbischöfen zwischen Wien und Köln. Eigens beauftragte Künstler haben in dieser Kriegs-Messe Themen wie Opfer, Leiden, Ehre und Treue illustriert“.

Die Bedeutung der Ausstellungsreihe, an der sich Museen aus 22 Orten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz beteiligen, besteht darin, dass der Erste Weltkrieg aus verschiedenen nationalen, thematischen und regionalen Perspektiven beleuchtet wird. Bis heute werden die Jahre 1914 bis 1918 in den drei Ländern nämlich sehr unterschiedlich wahrgenommen. So gilt in der französischen Öffentlichkeit der Große Krieg, wie er im Französischen auch genannt wird, als das wichtigste Ereignis des 20. Jahrhunderts. In Deutschland und der Schweiz hingegen ist im öffentlichen Bewusstsein die Zeit des Nationalsozialismus deutlich gegenwärtiger.

Vor einigen Jahren wurde im Rahmen des INTERREG-Projektes „Dreiländermuseum“ ein trinationales Netzwerk oberrheinischer Museen gegründet – ein in Europa einzigartiger grenzüberschreitend tätiger Museumsverbund, dem sich auch das Melanchthonhaus Bretten anschloss. Das Netzwerk hat für die Ausstellungsreihe eigens eine Homepage eingerichtet, die einen schnellen Zugriff auf die Orte und Themen ermöglicht. Sie ist in deutscher und französischer Sprache abrufbar. Das Netzwerk oberrheinischer Museen plant über das Projekt zum Ersten Weltkrieg hinaus weitere Aktivitäten  zu alle drei Länder betreffenden historischen Ereignissen. Sie sollen zukünftig alle vier Jahre stattfinden. (www.netzwerk-museen.eu).


Ausstellungsdauer: 20.09.2014 – 23.11.2014
Öffnungszeiten:  Dienstag – Freitag   14.00 – 17:00   Samstag / Sonntag  11.00 – 13.00  und  14.00 – 17.00
Auskünfte zur Ausstellung:
Europäische Melanchthon-Akademie Bretten
Tel. 07252/9441-0  
E-Mail: info@melanchthon.com  - Internet: www.melanchthon.com

Die Ausstellung steht für Institutionen zum Verleih zur Verfügung.
Kontakt: Claudia Martin, Tel. 07252 / 94 41 12 - E-Mail: martin@melanchthon.com