25.03.2015 Eröffnung: 19.30 Uhr bis 12.04.2015

Ausstellung "Krieg! - In Gottes Namen?" - 1914 – 1918. Zeugnisse aus der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und Baden


Bretten Melanchthonhaus Gedächtnishalle

Es gab Kriegspredigten sowie Waffensegnungen. Und man skandierte „Gott mit uns!“  Wie geschlossen aber stand tatsächlich die Evangelische Kirche zu der allgemeinen nationalen Begeisterung und Mobilmachung? Welche Debatten, Positionen und Gegenstimmen gab es?

Predigten, Traktate, Tagebücher, Gemeindeboten und Feldpostbriefe – im Archiv der Evangelischen Landeskirche in Baden befindet sich ein umfangreicher Bestand mit teils sehr persönlichen Zeugnissen. Die Ausstellung, die von dem Historiker Dr. Axel Lange und dem Journalisten Reinhard Osterroth zusammengestellt wurde, präsentiert Stimmen von ausgewählten Personen. Unter ihnen sind  etwa der Mannheimer Arbeiterpfarrer Ernst Lehmann und der kulturprotestantisch gesinnte Prediger der Karlsruher Christuskirche, Franz Rohde.

Als aktive Kriegsteilnehmer kommen zu Wort: Vikar Hans Löw, später Pfarrer an der Stadtkirche Karlsruhe, die Theologiestudenten Heinz Kappes, Teilnehmer der Somme-Schlacht von 1916, und Julius Bender, der ab 1917 in der neuen Luftwaffe diente. Eine besondere Quelle sind die Karlsruher Kriegserinnerungen der Komponistin Clara Faisst, die ein Tagebuch voller genauer Beobachtungen hinterlassen hat.

Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher anhand von 16 Schautafeln von der Julikrise 1914 bis zum Kriegsende im November 1918. Als herausragendes Ereignis an der Heimatfront wird die kirchliche Trauerfeier für die Opfer des Luftangriffs auf Karlsruhe zu Fronleichnam 1916 dokumentiert. Am Ende steht ein Ausblick auf die Nachkriegszeit. Vielfältig wie die Erfahrungen und Deutungen des Kriegsgeschehens sind auch die Lebenswege nach 1918. Eine besondere Karriere machte der Weltkriegsflieger Julius Bender. Er wurde 1945 zum Landesbischof gewählt.

Die Wanderausstellung der Evangelischen Landeskirche in Baden, die zu den Karlsruher Kulturtagen 2014 zusammengestellt wurde, ist vom 26. März bis 12. April 2015 in der Gedächtnishalle des Melanchhonhauses zu sehen. Die Ausstellungseröffnung ist am 25. März 2015, um 19.30 Uhr. Zur Einführung spricht Dr. Axel Lange.

Die Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr.

Zu den Personen:
Axel Lange ist Historiker mit den Schwerpunkten Reformations- und Kirchengeschichte. Er verfügt über eine langjährige Erfahrung als Lektor in einem Fachverlag und ist seit 2013 Mitarbeiter an der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten. Er arbeitet zudem als freier Autor, Lektor und Dozent.

Reinhard Osteroth ist freier Journalist und Autor in Berlin. Er schreibt regelmäßig u. a. für DIE ZEIT. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören kultur- und technikgeschichtliche Themen. 2004 erschien seine Biographie über Ferdinand Porsche. Sein Buch „Holz – Was unsere Welt zusammenhält“ wurde 2011 für den Deutschen Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert. 2014 erschien für junge Leser sein Buch „1914 – Ein Maler zieht in den Krieg“.