08.05.2015 bis 9.5.2015

3. Thüringer Melanchthontag


Schmalkalden

Ansicht von Schmalkalden

Der 3. Thüringische Melanchthontag widmet sich dem Thema "Melanchthon, der Papst und die Ökumene". Das Symposium vom 8. bis 9. Mai 2015 in Schmalkalden ist eine Veranstaltung des evangelischen Kirchenkreises Schmalkalden in Verbindung mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte, der Internationalen Martin Luther Stiftung (KR Dr. Seidel), des Lehrstuhls für Kirchengeschichte der Universität Jena (Prof. Dr. Christopher Speer)und der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten. Deren Direktor, PD Dr. Günter Frank, hält den thematischen Eingangsvortrag der Tagung.

 

Das Verhältnis zwischen päpstlicher Universalgewalt und der Autorität allgemeiner Konzilien gehört zu den spannungsreichen Problemen der Kirchengeschichte. Spätestens seit Luthers Appellation an ein allgemeines, freies, christliches Konzil im Jahr 1518 wurde diese Spannung erneut sichtbar im Werden der Reformation. 1537 hatte Luther seine berühmten "Schmalkaldischen Artikel" verfasst, während Melanchthon beauftragt worden war, eine Abhandlung über die Autorität des Papstamtes zu erarbeiten. Auch das Konzil von Trient hat - wie neuere Forschungen zeigen - diese theologische Spannung zwischen Jurisdiktionsprimat und Autorität der Konzilien nicht gelöst, sondern eher eine pragmatische Lösung verfolgt.

 

Der 3. Thüringer Melanchthontag soll vor dem Hintergrund dieser historischen Dokumente die ökumenische Bedeutung dieser Debatten des 16.Jahrhunderts für die Gegenwart beleuchten.

 

 

 

Meldung des Evangelischen Pressedienstes epd


Expertentagung zu Melanchthon, dem Papst und der Ökumene

Auf dem dritten Thüringer Melanchthontag in Schmalkalden diskutieren seit Freitag (08.05.) Theologen und Historiker über die Autorität des Papsttums im 16. Jahrhundert.

Thüringens Landtagspräsident Christian Carius (CDU) hat den Reformator und Luther-Mitstreiter Philipp Melanchthon (1497-1560) als „Geistesgröße von europäischem Rang" gewürdigt. Von der Wissenschaft werde immer mehr entdeckt, „welch großen Einfluss dieser Mann auf die Reformation ausübte und wie er unser Land prägte", sagte Carius am Freitag in Schmalkalden auf dem dritten Thüringer Melanchthontag.

Auf dem zweitägigen Symposium debattieren Theologen und Historiker über Melanchthons Schrift zur Autorität des Papstamtes. Die Einheit der christlichen Kirchen sei Melanchthon ein wichtiges Anliegen gewesen, weshalb er den Dialog der Konfessionen „vehement" vorangetrieben habe, stellte der Landtagspräsident fest. „Als Vermittler zwischen den christlichen Konfessionen ist Melanchthons Erbe für die Ökumene von hoher Bedeutung", fügte Carius hinzu.

Ein besonderer Aspekt auf dem Symposium sind die Debatten des Konzils von Trient, mit dem die katholische Kirche zwischen 1545 und 1563 auf die Reformation Martin Luthers reagierte. Dabei sollen auch Melanchthons Konzilsbeobachtungen erläutert werden. Zudem stand zum Auftakt ein ökumenisches Gespräch zwischen dem evangelischen Bischof von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, und der katholischen Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens auf dem Programm.

Zusammengefasst: In Schmalkalden untersucht eine Fachtagung die Autorität des Papsttums während der Reformation. Der Thüringische Landtagspräsident Christian Carius bezeichnete Melanchthon als Vermittler zwischen den christlichen Konfessionen.