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01.08.2009
Pressespiegel zur Einweihung des Neubaus der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten
BNN Bericht vom 1.8.2009 Bürgersinn erschafft neuen Kultur-Leuchtturm
Neubau der Melanchthon-Akademie in Bretten eingeweiht / Kosten liegen bei rund drei Millionen Euro
Von unserem Redaktionsmitglied Thilo Kampf
Bretten. Mit der Einweihung des Neubaus der Europäischen Melanchthon-Akademie hat die Stadt Bretten nach den Worten von Oberbürgermeister Paul Metzger einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Kultur geleistet. „Mit dem Neubau wollen wir ganz bewusst Impulse geben für die Tradition des europäischen Humanismus, für Ökumene und für ein ethisch bewusstes Handeln in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft“, sagte Metzger beim Festakt im Melanchthonhaus. Rund 150 Gäste aus Politik, Kultur und Wissenschaft waren dazu gestern Nachmittag in die Gedächtnishalle geströmt.
Besonderes Lob zollte Metzger dem Brettener Gemeinderat, der das Erbe von Melanchthon, die Förderung der europäischen Ethik, angenommen, und rund drei Millionen Euro für den Neubau des Akademie-Gebäudes, die Sanierung der Außenfassade des Melanchthonhauses und die Gestaltung der drei neugotischen Blindfenster zur Verfügung gestellt habe. „Ich danke Ihnen allen für diese weitsichtigen Entscheidungen“, rief der OB den Stadträten zu. Sein Dank gelte aber auch dem Landtagsabgeordneten Joachim Kößler, der sich dafür eingesetzt habe, dass die Landesregierung ein Melanchthon-Promotionsstipendium ausgeschrieben habe.
Von einem „großen Tag für die Region und das ganze Land“ sprach Regierungsvizepräsident Klaus Michael Rückert. Die Große Kreisstadt Bretten werde allmählich zu einer „Metropole des Humanismus“
Für den Vorsitzenden des Melanchthonvereins, Hans-Joachim Reiber, wurde nach eigenen Angaben ein Märchen wahr: „Es war einmal eine Stadt, die kannte ihren berühmtesten Sohn gar wenig. Sein Gedächtnishaus lag im Dornröschenschlaf, die Türen waren meist verschlossen. Aber heutzutage steht hier ein sehr lebendiger Kultur-Leuchtturm – und daneben wird an diesem Tag sein Zwillingsbruder eingeweiht.“ Das Märchenhafte sei, dass nicht Bundesmittel verbaut worden seien, sondern der Bürgersinn der Brettener ein Wunder bewirkt habe. Und wie Melanchthon diese Tatsache bewertet hätte, zeige ein Zitat aus dem Jahre 1526: „Übrigens verdient gerade in diesen harten Zeiten euer Entschluss besonderes Lob. Jetzt droht die Gefahr, dass die Bildung in den verhängnisvollen politischen Stürmen Schiffbruch erleidet.“
Lobende Worte über die Einrichtung und Förderung dieser Forschungsstätte des Humanismus äußerten die Leiterin des Institutes für Europäische Geschichte in Mainz, Professorin Irene Dingel und Hans-Georg Ulrichs vom Reformierten Bund in Deutschland (Karlsruhe). Als Festredner gewannen die Verantwortlichen Professor Walter Sparn von der Universität Erlangen. In seinem Vortrag „Melanchthon und die Europäische Kulturgeschichte“ skizzierte der Wissenschaftler die Grundlagen, die Melanchthon für die geistige, politische und kulturelle Entwicklung in Europa geschaffen habe.
Im Anschluss weihten Dekanin Gabriele Mannich und Pastoralreferent Albert Schäfer die Neubauten ein. Zuvor hatten Michael Lönne und Jörn Neumann von der Glasgestaltung Paderborn die von einer Jury ausgewählten Fenster-Kunstwerke erläutert. Die drei Glasfenster stellten die kulturellen Säulen Europas dar, die Städte Athen, Rom und Jerusalem.
Rudi Lehnert, der die Bauleitung des knapp zwei Jahre dauernden Projektes innehatte, übernahm den symbolischen Schlüssel aus den Händen von Johannes Wenninger vom Architekturbüro Zonsius, Wenninger, Keck und überreichte ihn an den Hausherrn, OB Paul Metzger.
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