16.02.2010

Zu Melanchthons Geburtstag wurde via Skype REFO500 aus der Taufe gehoben: OB Martin Wolff unterzeichnete Kooperationsvertrag


Bretten Europäische Melanchthon-Akademie

Im niederländischen Schloss de Vanenburg in Putten fanden sich an diesem 16. Februar – dem Geburtstag Melanchthons - zahlreiche hochrangige kirchliche und weltliche Persönlichkeiten zusammen, sogar der Bischof von Groningen-Leeuwarden war unter den Gästen. Der katholische Geistliche erläuterte seine Teilnahme an der internationalen Reformationsplattform REFO500 als „Frucht der ökumenischen Bewegung“. – Im Vortragsraum der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten hingegen war der Kreis zu gleichen Zeit überschaubarer: Der Direktor der Forschungsstelle, PD Dr. Günter Frank; und der neue Oberbürgermeister der Melanchthonstadt, Martin Wolff, waren umgeben von einigen Mitarbeitern und Pressevertretern, die dabei sein wollten, wenn das Stadtoberhaupt den Kooperationsvertrag mit REFO500 und den niederländischen Partnern unterschrieb.

Via Skype war es möglich: Im Schloss de Vanenburg wurde eine bemerkenswertes ökumenisches Projekt aus der Taufe gehoben, das den Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 wirft. Die Melanchthon-Akademie übernimmt als Partner für den deutschsprachigen Raum eine führende Rolle in dem Unternehmen, was OB Martin Wolff mit seiner Unterschrift besiegelte. Das unterzeichnete Dokument wurde in die Kamera gehalten, das Beweisstück also direkt übertragen. Der Zuspruch für diese zukunftsträchtige Zusammenarbeit war im entfernten Schloss ebenso begeistert wie im Vortragsraum der Akademie. Dann wurden noch in Bild und Ton Freundlichkeiten ausgetauscht und die zeitgemäße Form der Gleichzeitigkeit an verschiedenen Orten genossen. Oberbürgermeister Martin Wolff wünschte sich, dass diese Form der Vernetzung Bretten dank Melanchthon noch bekannter mache und noch mehr Besucher in die Kraichgaustadt bringe. „Auf gute Zusammenarbeit!“, rief er Dr. Herman Selderhuis, dem Projektleiter von REFO500 zu.

Selten war die internationale Ausrichtung der angesehenen Brettener Einrichtung spürbarer als in diesen Momenten. Denn die Verbindung wurde doch recht schnell beendet, um weiterzuschalten nach USA, in die Emery Libary in Atlanta, Giorgia, wo das Forschungsinteresse an der europäischen Reformation ebenfalls groß ist.

Dass der Melanchthon-Geburtstag (es war der 513.) nun auch zum Geburtstag der Forschungsplattform REFO500 wurde ist mehr als ein Zugeständnis an den Forschungspartner in Bretten. Melanchthon ist gerade für die niederländische Forschung einer der großen Repräsentanten der Reformationszeit. Die ökumenische Ausrichtung des Projekts hat, nach Auffassung von Dr. Günter Frank in der ausgleichenden Persönlichkeit Melanchthon eine verbindende Gestalt als Vorbild. In ihm offenbarten sich aber auch die vielfältigen kulturgeschichtlichen Perspektiven, die zum Entstehen der Neuzeit geführt haben

Innerhalb kürzester Zeit haben sich unter dem Dach REFO500 knapp 50 Universitäten und Hochschulen, kulturelle und kirchliche Einrichtungen, aber auch kommerzielle Unternehmen zusammengeschlossen, die ihre Aktivitäten zur Erinnerung an die Reformationsbewegung vor 500 Jahren auf diese Weise vernetzen wollen. In der Koordination sieht der Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten auch den Kern seiner vor ihm liegenden Aufgaben für REFO500, die bei einer ersten Tagung in zwei Wochen in Bretten dann konkrete Formen annehmen werden. Angedacht sind die gemeinsame Ausrichtung von Tagungen, die Mitherausgabe von Veröffentlichungen, aber auch die Förderung von Kultur- und Bildungstourismus. Alles, was hier der deutschsprachige Raum (also auch Österreich und die Schweiz) zu bieten hat, nimmt den Weg über Bretten.
Das Institut für Reformationsforschung (IR) der Theologischen Universität Apeldoorn, das die Stiftung REFO500 gründete und das Projekt auf den Weg brachte, ist mit der Europäische Melanchthon-Akademie auf wissenschaftlichem Gebiet schon lange eng verbunden. Über diese direkten Forschungsbeziehungen hinaus können nun internationale Partner ihre eigenen Projekte (und Projekte in denen sie als Partner fungieren) an Refo500 koppeln und dabei von den Vorteilen der Plattform profitieren. Die Dachfunktion von Refo500 zeigt sich vor allem an der Internetseite www.refo500.nl. Die Europäische Melachthon-Akademie Bretten sorgt hier – quasi als erste Amtshandlung – für eine deutsche Übersetzung der Web-Seite.

Ziel des Unternehmens ist es, Verbindungen zwischen den Inhalten der Reformation und unserer Zeit zu schaffen, aber auch zwischen Projektinhalten und Zielgruppen, zwischen den Parteien im Projekt untereinander, sowie zwischen den Parteien und den jeweiligen Netzwerken. Die Plattform hat auch bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Akzeptanz gefunden, die mit der Lutherdekade (Luther2017) dem Projekt beitreten will. Es haben sich bereits neben den Teilnehmer aus Europa auch Interessenten aus Asien, Afrika und den USA der Initiative angeschlossen.

Internetadresse: www.refo500.nl