04.03.2010

Refo500: 40 Vertreter von interessierten Institutionen trafen sich in Bretten


Bretten Europäische Melanchthon-Akademie

Rund 40 Vertreter von Institutionen aus Deutschland, der Schweiz, Italien und den USA trafen sich am Donnerstag Nachmittag in der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten zu einem ersten Austausch in Vorbereitung einer Teilnahme an REFO500. Der Zusammenschluss internationaler Einrichtungen ist auf das Reformationsjubiläum 2017 hin ausgerichtet. Initiiert wurde dieses Länder übergreifende Projekt vom Institut für Reformationsforschung (IR) der Theologischen Universität Apeldoorn. Die Europäische Melanchthon-Akademie fungiert als deutschsprachiger Partner des Unternehmens und koordiniert die bevorstehenden Aktivitäten.

Prof Dr. Herman Selderhuis, Direktor von REFO500 und Dozent an der Hochschule in Appeldorn, sowie Projektleiterin Karla Apperloo stellten die Aufgaben, Partner und Ziele des Zusammenschlusses von wissenschaftlichen und kommerziellen Unternehmen vor, die bei den möglichen deutschen Partnern auf großes Interesse stießen.

Dabei profitieren die niederländischen Wissenschaftlern von den Erfahrungen, die diese bei der Durchführung des Calvin-Jahres 2009 gesammelt haben. Das Reformationsjubiläum nun soll mit noch weiterer, internationaler Stahlkraft wissenschaftliche, kulturelle und religiöse Veränderungen beleuchten, die mit dem Glaubensstreit einhergingen. Wichtig, so Karla Apperloo, sind dabei neben den historischen Aspekten auch die Gegenwartsbezüge. So reicht das Spektrum der möglichen Aktivitäten von der Tagung von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen, über die Buchpublikationen bis hin zu kulturtouristtischen Unternehmungen. Prof. Dr. Herman Selderhuis betonte dabei die konfessionelle und kirchliche Unabhängigkeit der Plattform, die in den kommenden zwei Wochen auch einen deutschsprachigen Auftritt haben wird (www.refo500.nl).

Die Ökumenische Ausrichtung des Projektes bewog den Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie, Dr. Günter Frank,schließlich auch, eine maßgebliche Rolle bei REFO500 zu übernehmen. Hier sieht er für die Forschungseinrichtung aus Bretten starke inhaltliche Anknüpfung an die eigene wissenschaftliche Arbeit. Sowohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) als auch die Katholische Deutsche Bischofskonferenz zeigten sich dem Projekt gegenüber ebenfalls aufgeschlossen. Dabei, dies versicherte Prof. Herman Selderhuis, wolle man der Initiative Luther-Dekade (Luther 2017) der EKD keinesfalls Konkurrenz machen. Vielmehr gehe es darum, das Engagement gegenseitig zu bereichern.

Nicht nur die Pläne und Anregungen der zukünftigen Projektpartner von REFO500 werden in Zukunft über die Brettener Melanchthon-Akademie in die Niederlande weitergeleitet, die Melanchthonstadt wird auch regelmäßiger Treffpunkt der Teilnehmer sein. Bereits im Oktober wird man sich am Rande einer wissenschaftlichen Tagung wieder hier zusammenfinden, um in die konkrete Projektumsetzung einzusteigen.