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25.09.2010
Melanchthonweg - eine Tageswanderung - Pressemitteilung
Bretten - Pforzheim

Der erste „Melanchthonweg“ führte von Bretten nach Pforzheim
Mit Gesprächen und Gebeten Melanchthon gefolgt
Rund 90 Teilnehmer begaben sich auf die Spuren des Reformators
Rund 90 Teilnehmer machten sich auf den ersten „Melanchthonweg“ von
Bretten nach Pforzheim. Die von der Europäischen Melanchthon-Akademie
Bretten in Zusammenarbeit mit der Evang. Akademie Baden, der Evang.
Erwachsenenbildung und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Gemeinden in
Pforzheim ausgerichtete Veranstaltung verband das Erleben von
Geschichte und der heimatlichen Umgebung. Die Wanderer, die nicht nur
aus Bretten und Pforzheim, sondern zum Teil auch aus Reutlingen und
Mannheim stammten, genossen die Gemeinschaft im Gespräch und die
Besinnung auf das geistliche Fundament der Reformation.
Die Route folgte gleichsam der ersten Etappe des Lebens- und
Bildungsweges von Philipp Melanchthon. Er führte im Jahr 1508 den jungen
Philipp aus der kurpfälzischen Heimatstadt Bretten in das badische
Pforzheim. Er lebte dort im Haus der Schwester Reuchlins und besuchte
die damals berühmte Lateinschule. Dabei geriet der begabte Junge auch in
den Einflussbereich seines berühmten Verwandten Johannes Reuchlin, des
großen Humanisten. Reuchlin bestimmte seinen Weg bis zu seiner Berufung
nach Wittenberg als Professor für griechische Sprache entscheidend mit.
Start
der außergewöhnlichen Exkursion war das Melanchthonhaus in Bretten, wo
Pfarrer Dr. Martin Schneider im Namen der Veranstalter und
Oberbürgermeister Martin Wolff im Namen der Melanchthonstadt Bretten die
Teilnehmer begrüßten. Viele von ihnen stammten aus dem kirchlichen
Umfeld, waren Mitglieder des Schwarzwaldvereins Bretten oder auch
einfach nur Melanchthon-Freunde. Pfarrer Wolfgang Max gab eine kurze
Einführung und Kantorin Annegret Max stimmte Lieder an. Dann machte man
sich – leider bei strömendem Regen – auf den Weg zur ersten
Zwischenstation, nach Nußbaum. Am Ortseingang begrüßte Neulingens
Bürgermeister Schmid die Wandergruppe und in der dortigen evangelischen
Kirche erläuterte Pfarrer Wolfgang Max die Bedeutung biblischer Worte im
Sinne Melanchthons. In Göbrichen dann begrüßte Dekan Ebert die
wanderfreudigen Melanchthon-Anhänger. Pfarrer Reinhard Ehmann gab eine
Einführung ins Gebet mit auf den weiteren Weg in Richtung Goldstadt.
Unterwegs im Katharinentaler Hof machten die Fußgänger eine kurze Rast
und nahmen dies zum Anlass, an die Schöpfungslehre Melanchthons zu
erinnern.
Dann erreichte die Gruppe die Pforzheimer Stadtgrenze, wo der dortige
katholische Dekan Ihle die Gruppe empfing und sich dem Zug anschloss.
Es ging weiter zur Schlosskirche, wo Pforzheims Oberbürgermeister Gert
Hager bereits wartete. Hier sind die Gräber, der für die Geschichte der
Reformation in Baden bedeutsamen Markgrafen Karl und Georg Friedrich
sowie des Kanzlers Martin Achtsnyt. Der Kirche angegliedert ist das
Reuchlin-Museum. Dort befand sich auch die bedeutende Bibliothek des
Humanisten, die eigentlich einmal Melanchthon zugedacht war. Pfarrer
Bruno Dörzbacher nahm die Gruppe zum Gottesdienst in Empfang, der vom
evangelischen Singkreis Mühlhausen unter Leitung von Kantor Bürck
mitgestaltet wurde. Die Dialogpredigt zum Thema „Zum wechselseitigen
Gespräch geboren“ hielten der evangelische Pfarrer Theodor Leonhard und
sein katholischer Kollege Georg Lichtenberger – ganz im Sinne
Melanchthons – gemeinsam.

Der gemeinsame „Melanchthonweg“ wurde für alle Mitwanderer - trotz des
misslichen Wetters - zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Eine
Teilnehmerin ließ Organisator Pfarrer Dr. Martin Schneider in einem
schriftlichen Dankeschön wissen:„Ich danke Ihnen für all die Impulse und
Anregungen, die Sie vor allem mit Herrn Max vorbereitet und gestaltet
haben, ich danke Ihnen für das sehr anregend und schön gestaltete
Vademecum - und Ihren Mitarbeitenden für die Realisierung. Für mich, die
ich ja eine Neuzugereiste in dieser Gegend / Karlsruhe bin, waren auch
die Einblicke in diese Region sehr informativ. Wie alle geistlichen
Impulse unterwegs so war auch der Schlussgottesdienst gut und
gehaltvoll.“
Dr. Martin Schneider selbst beurteilte sein Unternehmen, das von
Gesprächen, aber auch Schweigen bestimmt war, als „anstrengend
schön“.Vielleicht wird der „Melanchthonweg“ eine Neuauflage erfahren
oder auch auf Dauer Wanderer und Pilger auf die Spuren Melanchthons
bringen..
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