12.10.2017 bis 14.10.2017

Internationales Symposium „Das 15. Jahrhundert“ - Call for Abstracts bis 1. März 2017


Bretten Europäische Melanchthon-Akademie

 

Datum des Symposiums: 12.-14. Okt. 2017

Veranstalter: Europäische Melanchthon-Akademie Bretten in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

E-Mail-Adresse für Einreichungen: dr.frank@melanchthon.com

 

Die Europäische Melanchthon-Akademie lädt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Franz Fuchs, Universität Würzburg, und Prof. Dr. Mathias Herweg, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), zur Tagung „Das 15. Jahrhundert“ vom 12.-14. Oktober 2017 nach Bretten ein.

 Das 15. Jahrhundert wird gemeinhin als Inkubationszeit gewertet, als eine Ära wichtiger Umbrüche und Innovationen, die vor 1500 eintraten, ihre Wirkung allerdings erst im folgenden Jahrhundert zur vollen Entfaltung brachten. Dabei ist dieses Jahrhundert nicht primär 'gerade noch' ('Herbst des Mittelalters') oder 'noch nicht' (Vor-Reformation), sondern eine auf vielen Feldern vitale Zeit eigenen Rechts, die es perspektivenreich zu sichten und zu erörtern gilt.

Die Tagung will dazu einladen. Sie will das reiche und vielfältige geistig-kulturelle Leben des Jahrhunderts für sich, losgelöst von eventuell später aus ihm hervorgegangenen Phänomenen der Religions-, Medien-, Globalisierungs- und Wissen(schafts)sgeschichte sichten. Dieses Leben bietet Ansatzpunkte und Forschungsgebiete für viele Disziplinen, von denen exemplarisch nur einige genannt werden sollen:

Religiös ist die Zeit geprägt von Strömungen wie der Devotio moderna oder den Klosterreformen, von den Bemühungen zur Beendigung des Schismas aus dem vorvergangenen Jahrhundert, die zu zwei großen Konzilen in Konstanz und Basel geführt haben, und in deren Gefolge zu den antikurialen Gravamina nationis germanicae.

Der schon im 14.Jh. üblich gewordene Einsatz von Papier führte zur spätmittelalterlichen 'Literaturexplosion' bereits vor dem Buchdruck, wobei die Volkssprache (die deutsche wie andere) mehr und mehr an Terrain gewann. Die Verbreitung von Handschriften, die Verfügbarkeit von Büchern und, namentlich in den Städten, auch die Bildung expandierte.

Im 15. Jahrhundert ist eine Steigerung der Überlieferung geistlicher Literatur in der Volkssprache zu verzeichnen, aber auch fiktionale Literatur wie der Prosaroman erlebte eine Blüte. Die Lieddichtung entwickelt sich weiter und gelangt, parallel zum Aufkommen der didaktisch-diskursiven 'Rede', in die stadtbürgerliche Sphäre. Die Erfindung des Buchdrucks setzt die Expansion der Schriftlichkeit einerseits fort, verleiht ihr andererseits eine zuvor ungekannte neue Dynamik.

Mit der Rezeption der Schriften italienischer Humanisten - zunächst gar nicht so sehr auf die antiken Klassiker fokussiert - breitet sich an den Universitäten, aber auch an den Höfen die Bewegung des Frühhumanismus in Deutschland aus. Auch sie beeinflusst in Zentren wie Basel, Straßburg oder Leipzig Programm und Politik der Offizinen.

Bekanntermaßen zielten die Träger der genannten Entwicklungen nicht unbedingt auf das, was die Umbrüche zu Beginn des 16. Jahrhunderts dann bewirkten. Sie sollen daher mit ihren je eigenen Trägern, Interessen und Impacts im Mittelpunkt stehen, ohne dass die weitere Entwicklung ausgeblendet sein sollte, doch eben auch ohne sie als Zielpunkt zu setzen.

Disziplinen übergreifende Vortragsangebote, die auf das sich Verändernde, Umbrechende auf vielen kulturellen, intellektuellen und politischen Feldern im 15.Jh. zielen, sind willkommen. Erwünscht sind Beiträge zu Kirchengeschichte und Theologie, Philosophie, Medienwandel, Literatur (Volkssprache wie Latein), aber auch zum politisch-gesellschaftlichen Wandel.

Gerne nehmen wir auch weitere Empfehlungen möglicher Referenten für die Tagung auf. Die gesammelten Beiträge sollen in schriftlicher Form als Band 15 in der Reihe „Melanchthonschriften der Stadt Bretten“ erscheinen.

 

Vortragslänge / Sprachen

max. 45 Minuten, Deutsch oder Englisch

Abrechnungshinweise für Referenten

Hotel- und Verpflegungskosten in Bretten werden direkt übernommen, Reisekostenabrechnung erfolgt nach Vorlage der Originalbelege.

Kontakt

Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich an Prof. Dr. Günter Frank: dr.frank@melanchthon.com

Gasthörer

Die Teilnahme ist kostenlos. Gäste können sich bis 30. Sept. 2017 im Sekretariat bei Frau Martin anmelden: martin@melanchthon.com, Tel. 07252 / 9441 12.