25.10.2016

Endspurt für die Glaubenskämpfer


 

Noch bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung „Reformatoren im Bildnis. Verschlüsselte Botschaften“ zu sehen / Sonderführungen, Vortrag und Konzert

 

War wohl Melanchthon doch nicht so hager? Und Luther: Die überlieferte mächtige Statur – entsprach sie nicht der Wirklichkeit? Die Besucher der Ausstellung „Reformatoren im Bildnis. Verschlüsselte Botschaften“, die die Darstellungen der Akteure des Glaubenskampfes untersucht, sind nicht selten verblüfft. Nicht um die physiognomische Ähnlichkeit im Sinne einer fotografischen Genauigkeit ging es den Künstlern auf ihren Bilden und Grafiken, sondern um Deutungen der Persönlichkeiten, die in historischen, theologischen und geistesgeschichtlichen Zusammenhängen gründen.

 

Die Ausstellung, die noch rund sechs Wochen im Melanchthonhaus Bretten zu sehen ist, lockt eine Vielzahl von Interessierten in die Geburtsstadt Philipp Melanchthons, schließlich waren noch nie in einer Sonderschau an diesem Ort kunsthistorische und theologische Themen so eng miteinander verbunden. Dr. Maria Lucia Weigel, die die wissenschaftliche Vorarbeit für das von Bund, Landesstiftung Baden-Württemberg, Stadt Bretten und Melanchthonverein geförderte Unternehmen leistete und die kuratorischen Aufgaben zugleich übernahm, zeigt sich zufrieden mit der Resonanz, die nicht alleine in der Besucherzahl von bisher nahezu 4 000 zu messen ist. Nicht nur das Presseecho war überaus bemerkenswert, auch von Forschungsseite kamen anerkennende Reaktionen. So erhielt die leidenschaftliche Kunsthistorikerin drei Anfragen zu Vorträgen zum spannenden Reformatoren-Thema und zwei Tagungseinladungen nach Kassel und Mannheim für das kommende Jahr.

 

Die letzten Wochen – das ist die Erfahrung bei jeder Ausstellung – steigt nochmals das Interesse an. Eine Vielzahl von Führungen, so die Informationen aus der Besucherabteilung des Melanchthonhauses, ist für die nächste Zeit gebucht. Eine Kuratorenführung mit Dr. Maria Lucia Weigel Sonntag, am 20. November, um 15 Uhr (mit Anmeldung, Claudia Martin, Tel. 0 72 52 / 94 41 12, E-Mail: martin@melanchthon.com) wurde zusätzlich ins öffentliche Veranstaltungsprogramm aufgenommen. Auch das Interesse der Schulen stieg nach dem Beginn des Schuljahres merklich an. Das mag auch am Erscheinen des Begleitbuches zur Ausstellung (für 5 Euro im Museum erhältlich) liegen, das nicht nur bei den Lehrern als Unterrichtsmaterial gut ankommt, sondern auch von Erwachsenen zur weiteren Vertiefung gerne mitgenommen wird.

 

 

Zum Endspurt der Schau stehen nun noch einige Termine an, so etwa die Sonderführung des Kirchenhistorikers Dr. Albert de Lange am Samstag, 5. November, um 15 Uhr, wofür eine Anmeldung notwendig ist. Am Sonntag, 20. November, um 17 Uhr lautet das Thema des Sonntagsvortrags, der die Ausstellung flankiert, “Begegnung mit Martin Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen, 1520“, mit Pfarrer Dr. Hendrik Stössel, Theologischer Referent an der Europäischen Melanchthon-Akademie Bretten. Der Eintritt ist frei.

 

Den musikalischen Abschluss von „Reformatoren im Bildnis. Verschlüsselte Botschaften“ bildet schließlich das Konzert „Eine feste Burg“ mit Stücken aus der Reformationszeit am Freitag, 9. Dezember, um 19.30 Uhr. Zu Gast im Melanchthonhaus ist das Ensemble für Frühe Musik, Karlsruhe. Karten dafür sind ab November im Vorverkauf bei der Touristinfo Bretten und an der Abendkasse erhältlich. Ihren persönlichen Abschied von der Ausstellung, der sie drei Jahre wissenschaftliche Arbeit widmete, nimmt die Kunstwissenschaftlerin Dr. Maria Lucia Weigel am letzten Ausstellungstag, am Sonntag, 11. Dezember, um 11.30 Uhr mit einer nochmaligen Kuratorenführung.

 

Ausführliche Informationen zum Programm und zur Ausstellung sind zu finden unter: www.melanchthon.com/Reformatoren-im-Bildnis/