27.04.2018

Tagungsband zu „Reformatoren im Bildnis“erschienen


Das Porträt und das theologische Gedankengut

 

Reformatoren und ihre bildliche Darstellung – dieses Thema war im Vorfeld des Reformationsjubiläums ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit in der Europäischen Melanchthon-Akademie (EMA) Bretten. Kunsthistorikerin Dr. Maria Lucia Weigel wurde mit dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Reformatoren im Bildnis“ betraut, das gleichzeitig den Beitrag für das Reformationsjahr 2017 bildete und außergewöhnliche Beachtung fand.

 Begleitend zu ihren Forschungen fand im November 2015 eine internationale, interdisziplinäre Tagung mit Theologen und Kunsthistorikern statt, die die Frage aufwarf: Wie wirkte sich reformatorisches Gedankengut auf Kunsttheorie und Bildpraxis aus? Dies stellte namentlich in Bezug auf das Porträt noch eine weitgehende Forschungslücke dar. Die Beiträge des Symposiums an der Europäischen Melanchthon-Akademie „Reformation und Bildnis“ zeigten den Einfluss der Reformation auf das Bildnis deutlich auf. Sie sind in einem Tagungsband veröffentlicht worden, der nun in dem für kunsthistorische Veröffentlichungen renommierten Verlag Schnell & Steiner, Regensburg erschienen ist. Die Publikation wurde als Band 3 in die Reihe „Kunst und Konfession in der Frühen Neuzeit“ aufgenommen, die von Jan Harasimowicz, Herman Selderhuis, Bettina Seyderhelm, Albrecht Weiland und Ulrich A. Wien herausgegeben wird.

 Der thematische Schwerpunkt der in die Publikation aufgenommenen Beiträge liegt auf dem Porträt im Umfeld der Wittenberger Reformation und der Wirkungsgeschichte von Reformatoren-Bildnissen. Doch die Klärung des Verhältnisses von Reformation und Bildnis beschränkt sich keineswegs auf diesen geographischen Zusammenhang und dieses Sujet. So wurden die Untersuchungen sowohl bildtheoretischer als auch praktischer Art auf den Einflussbereich der Zürcher und der Genfer Reformation ausgeweitet und der in späteren Jahrhunderten zutage tretende Umgang mit dem im reformatorischen Zusammenhang stehenden Bildnis  mit einbezogen.

 Ein Anliegen der Tagung war es, die mediale Vielfalt aufscheinen zu lassen, in der Bildnisse sich unter den Vorzeichen der Reformation entfalten. Die breite Fächerung der Tätigkeitsfelder der Teilnehmer ermöglichte eine qualifizierte interdisziplinäre Diskussion der vorgestellten Themen.

 

 

Reformation und Bildnis.

Bildpropaganda im Zeitalter der Reformation

Günter Frank & Maria Lucia Weigel (Hg.) unter Mitarbeit von Melissa Sailer

Erschienen im März 2018

Kunst und Konfession in der Frühen Neuzeit Bd. 3

Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2018

ISBN 978-3-7954-3126-6

39,95 €