04.02.2019

Medaillen- und Münzsammlung des Melanchthonhauses im Internet abrufbar


Die Medaillen- und Münzsammlung des Melanchthonhauses Bretten ist in ihrer Vielfalt und Qualität bemerkenswert und bietet einen spannenden Blick in die Geschichte. Die Medaillen- und Münzsammlung des Melanchthonhauses ist ab sofort auf der Internetseite des Melanchthonhauses. Numismatiker, die beruflich oder privat an Medaillen und Münzen interessiert sind, können nun jede einzelne Medaille und Münze der Sammlung genau ansehen und auch ausführliche Informationen dazu finden.


Die Internet-Präsentation der Sammlung ist das Ergebnis langer, mühsamer und aufwendiger Arbeit, die von Mitarbeitern der Europäischen Melanchthon-Akademie in mehreren Schritten bewältigt wurde. Den letzten wichtigen Arbeitsschritt hat die Landestelle für Museumsbetreuung in Stuttgart übernommen: Wie im Jahr 2017 die Druckgrafiken-Sammlung des Melanchthonhauses wurde jetzt auch die Medaillensammlung im Rahmen des Projektes „Museales Kulturerbe Baden-Württemberg im Internet“ auf der Internetplattform museum-digital.de kostenlos online gestellt. Dr. Axel Burkarth, Leiter der Landesstelle, hat die von der Melanchthon-Akademie gelieferten Bilder und Texte verarbeitet und online erfasst. Ihm gilt der Dank des Melanchthonhauses für seine akribische, umfangreiche und zeitaufwändige Arbeit.


Die Sammlung umfasst rund 500 Stücke aus den vergangenen fünf Jahrhunderten. Der Beginn der Sammlung geht auf das Jahr 1903 zurück. Die  ersten Medaillen und Münzen wurden vom Begründer des Melanchthonhauses, dem Berliner Kirchenhistoriker Prof. Nikolaus Müller (1857-1912) in die Sammlung eingebracht. Im Laufe der Jahre wurde die Sammlung durch Schenkungen, Kauf oder Tausch erweitert.


Die Darstellungen auf den Medaillen und Münzen dokumentieren historische Ereignisse und stellen Bildnisse berühmter Persönlichkeiten dar, überwiegend aus der Zeit der Reformation. Vielfach handelt es sich um Porträts von Philipp Melanchthon. Darunter sind eindrucksvolle Medaillen von den bedeutenden Medailleuren Friedrich Hagenauer, Jean Dassier und Siegmund Dockler d. J. Oft zeigen die Medaillen Melanchthon zusammen mit seinem Wittenberger Kollegen und Mitstreiter in der Reformationsbewegung Martin Luther. Eine große Gruppe bilden Gedenkmedaillen mit Bildnissen von Martin Luther. Sie veranschaulichen, wie jede Zeitepoche ihr eigenes Lutherbild schuf. Herausragende Medailleure wie Georg Wilhelm Vestner, Philipp Heinrich Müller, Martin Götze, haben mit den geprägten Luthermedaillen interessante historische Zeugnisse geschaffen.


Hinzu kommen Medaillen mit reformationsgeschichtlichen Motiven in szenischen Darstellungen. Viele davon sind anlässlich der Reformationsjubiläen entstanden.


Zu besonderen Exemplaren der Sammlung gehört eine Schraubmedaille, die anlässlich der Emigration der Salzburger Protestanten 1732 geprägt wurde. Es handelt sich um eine Medaille mit einem Schraubverschluss, die kunstvoll handkolorierte Einlagebilder zu diesem Ereignis enthält.  Das älteste Exemplar der Sammlung stammt aus dem Jahr 1478. Es ist eine Bronze-Medaille anlässlich der Hochzeit Maximilians von Habsburg-Österreich (1459-1519) mit Maria von Burgund (1457-1482) am 20. August 1477.


Es ist Tradition, dass die Europäische Melanchthon-Akademie und das Melanchthonhaus Bretten zu besonderen Gedenkanlässen Medaillen herausgeben. Zuletzt ist eine Medaille zu Melanchthons 450. Todestag im Jahr 2010 erschienen.


Das Melanchthonhaus freut sich, dass die Sammlung nun für die Öffentlichkeit zugänglich und recherchierbar ist.


Auskunft erteilt die Bibliothekarin des Melanchthonhauses, Gerta Bauder


Tel.: 07252 – 944115, E-Mail: bauder@melanchthon.com


 


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