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 Ich erinnere mich, daß der Maler Albrecht Dürer,
ein an Talent und Tüchtigkeit hervorragender Mann, einmal sagte, er habe in seiner Jugend
Gemälde mit lebhaften und bunten Farben geliebt und er habe einem Bewunderer seiner
Werke, der auf einem seiner Bilder die Buntheit der Farben betrachtete, große Freude
damit bereitet. Später, als alter Mann, habe er angefangen auf die Natur zu sehen und
versucht, deren ursprüngliche Erscheinung zu berücksichtigen; damals habe er begriffen,
daß gerade diese Einfachheit die höchste Zierde der Kunst sei. Da er sie durchhaus nicht
erreichen konnte, habe er, wie er sagte, nicht mehr wie früher seine Werke bewundert,
sondern oft geseufzt, wenn er seine Gemälde betrachtete, und an seine Schwächen gedacht.
Philipp Melanchthon, 1528   |
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