Fassade   Gedächtnishalle   Städtezimmer
         

Das Melanchthonhaus Bretten, eine Gedenkstätte des Humanisten, Universalgelehrten und Reformators Philipp Melanchthon, wurde an der Stelle des 1689 abgebrannten Geburtshauses des Reformators errichtet. Erbaut ist es im spätgotischen Stil. Das Hauptverdienst um das Zustandekommen gebührt dem Kirchenhistoriker Prof. Dr. Nikolaus Müller (Universität Berlin). Der Plan wurde von dem Professor an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg, dem Architekten Johannes Vollmer, entworfen und von dem Architekten Prof. Hermann Billing (Karlsruhe) und später von dem Architekten Dr. Wilhelm Jung (Karlsruhe-Durlach) ausgeführt. Der Grundstein wurde am 16. Februar 1897 anlässlich des 400. Geburtstags Melanchthons gelegt. Der fertige Bau wurde 1903 feierlich eingeweiht.

Das Gebäude ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk und beherbergt Museum und eine der umfangreichsten reformationsgeschichtlichen Spezialbibliotheken, die Werk und Wirken Melanchthons dokumentiert.

In der eindrucksvollen Gedächtnishalle mit Fresken erschließt sich dem Besucher die Biographie sowie das außerordentlich umfangreiche Lebenswerk Philipp Melanchthons.

Weitere Räume des Melanchthonhauses präsentieren die Büchersammlung und eine Auswahl von Druckgrafiken, Handschriften und Alten Drucken, die in Melanchthons Leben, sein umfangreiches Schrifttum, seine Wirkungsgeschichte und die Reformationsgeschichte einführen.

Das Städtezimmer nennt auf holzgeschnitzten Wappen 121 Städte, von denen aktenmäßig feststeht, dass Philipp Melanchthon durch Briefwechsel persönlich mit ihnen in Verbindung stand. Die Wandmalerei im Theologenzimmer erinnert an die bedeutendsten Theologen zu Melanchthons Zeit, mit denen der Reformator befreundet war. Das Fürstenzimmer zeigt Bildnisse von Fürsten, die in der Reformationsgeschichte eine wichtige Rolle spielten. Im Humanistenzimmer begegnet man Bildnissen von Melanchthons Zeitgenossen aus Wissenschaft und Kunst. In diesem Zimmer wird die Vielfalt der wissenschaftlichen Begabungen und Interessen des Universalgelehrten verdeutlicht.

Die aus Skulpturen, Wandgemälden, Wand- und Deckentäfelungen, Bücherschränken und Vitrinen bestehende Innengestaltung des Hauses, samt wertvollen Butzenscheiben, blieb seit der Eröffnung im Jahre 1903 unverändert.

Dem Melanchthonhaus ist die Europäische Melanchthon-Akademie Bretten angegliedert, die ihrerseits eine zentrale Adresse der Melanchthon- und Reformationsforschung in Europa ist.

   
Ursprünglicher Bauplan des
Melanchthonhauses, 1897
  Professor Doktor Nikolaus Müller, Berliner Kirchenhistoriker und Archäologe.
Auf seine Initiative wurde in den Jahren 1897—1903 das heutige
Melanchthon-Gedächtnishaus errichtet.






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