500 Jahre humanistisches Gymnasium
11.05.2026

Ein Meilenstein der europäischen Bildungsgeschichte ist die Gründung des ersten humanistischen Gymnasiums 1526 in Nürnberg. Philipp Melanchthon hatte dafür den Lehrplan verfasst, geeignete Professoren angeworben und im Mai 1526 die feierliche Eröffnungsrede gehalten.
Das Melanchthon-Gymnasium Bretten erinnerte am 7. Mai 2026 mit einem musikalischen Festakt an dieses Ereignis. Marie Scheffel (Violine) und Khongor Buyandalai (Klavier), zwei brillante Musiktalente des MGB, sowie das Sinfonieorchester Bretten e.V. boten einen hinreißenden musikalischen Abend.
Prof. Dr. Christian Neddens, Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie, schlug in seinem Festvortrag den Bogen zur Rede Melanchthons vor 500 Jahren. In einer Zeit rasanter gesellschaftlicher Veränderungen, politischer Instabilität und militärischer Bedrohung erinnerte Melanchthon die Nürnberger Bürgerschaft daran, wie wertvoll eine umfassende Bildung in den Sprachen, in Geistes- und Naturwissenschaften ist. Denn nichts schütze eine Stadt besser als Bürgerinnen und Bürger, die klug, besonnen und fromm handeln.
Neddens zeigte, wie sehr Melanchthon den Menschen als lebenslang lernfähiges und lernendes Wesen sah. Damit ist der Sohn Brettens ausgesprochen anschlussfähig an die Anthropologie der letzten 100 Jahre und die Bildungsdebatten der Gegenwart. Denn Lernen – das wusste schon Melanchthon und das zeigen neuere Studien – macht nicht nur klug, sondern auch glücklich.
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