Theologische Wissenschaft und erzählter Glaube
18.08.2026

Der Internationale Melanchthonpreis der Stadt Bretten geht im Februar 2027 an Ann-Kathrin Armbruster. Sie studierte Evangelische Religionslehre und Latein, war Mitarbeiterin im Fach Kirchengeschichte an der Universität Paderborn und ist derzeit bei einem Wissenschaftsprojekt an der Universität Bonn beschäftigt. Die Brettener Auszeichnung erhält Ann-Kathrin Armbruster für ihre Dissertation zum Thema: „Figuration und Aneignung. Zur Hermeneutik von Narrativität und Bild bei Philipp Melanchthon“ (Paderborn 2024).
Armbruster geht der Frage nach, wie komplexe theologische Aussagen für Menschen eine individuelle Bedeutung entfalten können. Dafür hat sich – wie die Preisträgerin sagt – Philipp Melanchthon als Gesprächspartner angeboten, da bei ihm Frömmigkeit und Glaubenspraxis eng verbunden seien mit theologisch-wissenschaftlicher Reflexion. Melanchthon habe zudem in seinen theologischen, philosophischen und rhetorischen Werken eine umfassende Theorie mit dem Ziel entwickelt, theologische Aussagen intellektuell nachvollziehbar und emotional ansprechend für seine Leserinnen und Leser zu gestalten.
Im Anschluss an Melanchthon entwickelt die Preisträgerin in ihrer Dissertation für die individuelle Aneignung von theologischen Inhalten einen Figurationsbegriff, in dem auch moderne Ansätze aus der Erzähl- und Bildtheorie berücksichtigt werden.
Oberbürgermeister Nico Morast wird Ann-Kathrin Armbruster die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung am 20. Februar 2027 im Melanchthonhaus Bretten verleihen. Die Stadt Bretten vergibt den Internationalen Melanchthonpreis seit 1988 alle drei Jahre. Die Ehrung gilt einem im Druck erschienenen Werk, das in hervorragender Weise dazu beiträgt, die Kenntnis über Melanchthons Leben und Werk oder die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen, das Umfeld und die Folgen seines Wirkens zu vertiefen. Zum Kreis der Melanchthonpreis-Trägerinnen und -Träger gehören international bekannte Forscherpersönlichkeiten wie Günter Wartenberg, Heinz Scheible oder Timothy Wengert, die sich um das Erbe Melanchthons verdient gemacht haben.
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