„Wir müssen reden“ – Workshops für Schulklassen

28.08.2026

Angebote im Rahmen der Ausstellung über
Philipp Melanchthon und Johann Georg Faust im Gespräch
(24. Juni bis 6. November 2026)

Miteinander reden – ist gar nicht so einfach. Vor allem, wenn andere genau das Gegenteil von dem tun und denken, was man richtig und wichtig findet. „Da rede ich lieber nur mit denen, die so denken wie ich.“ Oder?

Die kooperative Ausstellung „Wir müssen reden“ bringt Menschen ins Nachdenken – und hoffentlich auch ins Gespräch. Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt schauen. Gibt es etwas, das uns verbindet? Lohnt es sich, miteinander ins Gespräch zu kommen? Verstehe ich die Welt – und mich – dann vielleicht besser? Wir glauben: ja!

„Wir müssen reden“ ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Faust-Museum Knittlingen und Melanchthonhaus Bretten. Es wurde vom Land Baden-Württemberg für den „Innovationsfonds Kunst“ ausgewählt und wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. Schulklassen, Vereine, Jugendgruppen sind eingeladen, nach der Ausstellungsbesichtigung das Erlebte in Workshops kreativ weiterzubearbeiten. Drei verschiedene Angebote sind möglich. Alle Kurse sind kostenlos.

1. MELANCHTHON KI-WORKSHOP
2. „WISSEN, GRENZEN, GESPRÄCH“
3. „FOTOGRAFISCHER DIALOG“

1. MELANCHTHON KI-WORKSHOP in Kooperation mit tecspaze
(für ganze Schulklassen, Stufe 5-12, kompletter Vormittag)

Mit modernen KI-Tools gestalten Schülerinnen und Schüler eigene Bewegtbild-Clips rund um das Thema der Ausstellung – kreativ, jugendlich und digital – und erleben ein einzigartiges Erinnerungs-Event, das Geschichte mit moderner Medienkultur verbindet.

Zum Start erkundet die Klasse die Sonderausstellung „Wir müssen reden“ im Melanchthonhaus mit oder ohne Führung (angepasst an Klassenstufe). Dort erstellen die Schülerinnen und Schüler Bilder und Kurzvideos. Direkt im Anschluss geht es – nur zehn Minuten zu Fuß – weiter zur Digitalwerkstatt tecspaze. Dort tauchen die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des tecspaze-Teams in die Welt der Künstlichen Intelligenz ein und erwecken mithilfe innovativer KI-Tools ihre aufgenommenen Artefakte zum Leben (unter Anleitung).

Der kostenlose KI-Workshop findet auf Anfrage vormittags in Kooperation mit dem Melanchthon-Haus Bretten statt und hat eine Dauer von ca. 4 -5 Schulstunden. Er richtet sich an Schulkassen aller Schularten Klasse 5 bis 12 und bietet Platz für bis zu 30 Schülerinnen und Schüler. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Melanchthonhaus Bretten und unserem tecspaze-Team durchgeführt.

Der Kurs findet im ersten Teil im Melanchthonhaus Bretten (Melanchthonstraße 1) und anschließend der zweite Teil in der Digitalwerkstatt tecspaze in Bretten (Edisonstr. 1) statt. Der Fußweg vom Melanchthonhaus zum tecspaze beträgt 10 Minuten. Die Ergebnisse des Workshops können ggf. in eine geplante Fassadenprojektion am Melanchthonhaus integriert werden und so eine öffentlich wirksame Präsentationsform erhalten.

Workshopanfrage/ Buchung?
Für die Kursanfrage melden Sie sich online bei tecspaze an. Tecspaze organisiert dann die Besichtigung im Melanchthonhaus als auch den KI-Workshop bei tecspaze.

2. „Wissen, Grenzen, Gespräch“ in Kooperation mit Corinna Franz (BA)
Zwei Männer, eine Zeit, eine Frage – und Du mittendrin.
(für Schulklassen oder kleinere Gruppen, Stufe 9 und 10, Gymnasium / Realschule, ca. 2,5 Stunden)

Philipp Melanchthon und Johann Georg Faust lebten im selben Jahrhundert, in derselben aufgewühlten Welt der Reformation und Renaissance. Beide wagten danach zu suchen, was der Mensch wissen kann und was er wissen darf. Melanchthon glaubte Wissen verpflichte und erst Bildung mache den Menschen vollständig. Faust wollte mehr und zahlte einen Preis, der seitdem nicht aufgehört hat, uns zu beschäftigen.

In diesem Workshop begegnest Du ihren Fragen. Du liest, was sie geschrieben und gedacht haben und entscheidest selbst, ob das vor fünfhundert Jahren wirklich so anders war als heute. Darf KI alles lernen? Gibt es Forschung, die man besser lässt? Mit wem redest Du nicht mehr – und warum eigentlich?

Mit einer eigenen These gehst Du durch die Ausstellung, suchst nach Gegenständen und Zitaten, die Deine Frage weiterbringen, und streitest Dich am Ende mit Deinen Mitschüler/innen auf einem gemeinsamen Papier, nicht um Recht zu bekommen, sondern um miteinander zu reden.

Was Euch erwartet: Ihr arbeitet in kleinen Gruppen an kurzen Statements Melanchthons oder Fausts und übersetzt deren Kernfragen in die Gegenwart. Ihr besucht die Ausstellung mit einem selbst formulierten Auftrag und sucht nach Spuren, die Eure These bestätigen oder herausfordern. Anschließend diskutiert ihr schriftlich und schweigend – in einer Methode, die zeigt, dass ein Gespräch keine Sieger/innen braucht, aber Haltung.

Workshopanfrage/ Buchung?
Die Kursanfrage bitte richten an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

3. „FOTOGRAFISCHER DIALOG“ in Kooperation mit KreativStudio Bretten
(für kleinere Gruppen, ab 14 Jahren, bis 6 Teilnehmende, 3-4 Stunden)

Im Zentrum steht die Entwicklung eines „fotografischen Dialogs“, in dem sich die Teilnehmenden kreativ mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Ausgangspunkt sind dabei zentrale Spannungsfelder (Wahrheit, Fake, Druck, Identität, Zukunft), wie sie auch bei Philipp Melanchthon und Johann Georg Faust erfahren werden können.
 
Nach einem inhaltlichen Einstieg in der Sonderausstellung im Melanchthonhaus „Wir müssen reden“ wechselt die Gruppe ins KreativStudio von Tom Rebel, genau gegenüber vom Melanchthonhaus. Dort wird das Erlebte anhand eigener Fragestellungen bearbeitet und eine eigene persönliche Haltung formuliert („These“). Anschließend wird diese These mit einfachen fotografischen Mitteln und/oder inszenierten Situationen als Bildserie umgesetzt, in der die ursprüngliche Aussage im zweiten Schritt bewusst hinterfragt oder gebrochen wird („Zweifel“). So entsteht eine offene, kontroverse Fragestellung. Die so entwickelten fotografischen Arbeiten werden anschließend grafisch reduziert und zu plakathaften Visualisierungen und/oder kurzen Videosequenzen weiterentwickelt.

Die Ergebnisse des Workshops können in die geplante Fassadenprojektion am Melanchthonhaus integriert werden und so eine öffentlich wirksame Präsentationsform erhalten.

Der Workshop verbindet künstlerisch-praktisches Arbeiten mit inhaltlicher Reflexion und fördert sowohl die mediale Gestaltungskompetenz als auch die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit eigenen und gesellschaftlichen Positionen.

Workshopanfrage/ Buchung?
Die Kursanfrage bitte richten an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Bitte Handy oder Tablet mit entsprechender Kamera oder Digitalkamera mitbringen.